Bei Hochwasser, Stromausfällen oder Waldbränden werden Daten zu Lebensrettern. Auf den safety days 2019 erstellen junge Entwickler eine App, die Evakuierungsmaßnahmen unterstützt und den Helfern ein vollständigeres Lagebild verschafft.


Auf den safety days 2019, Deutschlands Hackathon für die zivile Gefahrenabwehr, gestaltete das Deutsche Rote Kreuz (DRK Deutschland e.V.) gemeinsam mit Esri die Smart Data Challenge:

Die teilnehmenden Entwickler konnten aus insgesamt acht Challenges rund um das Thema zivile Gefahrenabwehr auswählen. Die meisten davon drehten sich um das Thema Lagedarstellung.

Denn: Lageinformationen und -analysen spielen in der zivilen Gefahrenabwehr eine wichtige Rolle. Aufgrund der Bedeutung von Geodaten und Geoinformationen für die zivile Gefahrenabwehr hat Esri vorab allen Teams Informationen zu den Nutzungsmöglichkeiten des Esri Produktportfolios  bereitgestellt.  

Zudem konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Anwendungsbeispielen rund um GIS inspirieren lassen. Während des Hackathons unterstützten Esri-Experten die Entwickler beim Einsatz von ArcGIS-Produkten.

Eine App für die Evakuierung beeinträchtigter Personen

Das fünf-köpfige Gewinner-Team arbeitete an einer Anwendung, die es erlaubt, hilfs- und pflegebedürftige Personen in Gefahrensituationen besser zu schützen. Der Grund: Sind Evakuierungsmaßnahmen bei Hochwasser, Stromausfall oder Waldbrand geplant, wissen die Helfer häufig nicht, wo sich beeinträchtigte Menschen befinden.

Entsprechend ist es nahezu unmöglich, die Evakuierung zielgerichtet und mit einem vollständigen Blick auf die Lage zu koordinieren. Die App soll genau hier ansetzen und den Rettern eine zusätzliche Entscheidungshilfe bieten.

Je mehr Information, desto effizienter die Gefahrenabwehr

Teil der Challenge war es, öffentlich verfügbare Daten zu recherchieren und so aufzubereiten, dass die Helfer eine gute Übersicht über vulnerable Menschen und die verfügbaren Infrastrukturen erhalten.

Zur Erstellung der App nutzte das Team demographische Daten, die über die Altersstruktur und deren räumliche Verteilung sowie über Kliniken, den ÖPNV und Seniorenheime informieren. Das Ergebnis ist eine interaktive Web-Anwendung, die einen schnellen Lage-Überblick gestattet:

Smart Data Dashboard. Die Web Applikation beinhaltet Datensätze zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen (hier: Menschen über 65 Jahren).
Smart Data Dashboard. Die Web Applikation beinhaltet Datensätze zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen (hier: Menschen über 65 Jahren).

Eine Heatmap stellt die Verteilung der Bevölkerungsgruppen dar. Die Farbskala kann der nebenstehenden Legende entnommen werden. Die Grafik unten rechts zeigt die Gesamtbevölkerung und den Anteil an nicht deutschsprachigen Ausländern, die in einer Notsituation Informationen in zusätzlichen Sprachen benötigen. Auch weitere Umgebungsanalysen sind mit dem Smart Data Dashboard möglich:

Einsatzplanung mit Weitsicht

Doch das Team setzte noch einen drauf – und nutzte die 48 Stunden, um eine zusätzliche Anwendung zu entwerfen: Mithilfe einer Hotline-Funktion ermöglicht es diese App, die zu transportierenden Personen zu erfassen, zu lokalisieren und besondere Bedürfnisse (z.B. bettlägerig, Beatmung erforderlich) zu dokumentieren. Nachdem mehrere Anfragen gesammelt wurden, kann der Koordinator mittels Multiple Vehicle Routing optimale Routen berechnen.

App „Smart Data Ereignisausnahme“. Hotline Dispatcher erfassen eingehende Anrufe und besondere Bedürfnisse von Personen, die Unterstützung beim Transport benötigen.

Du willst mehr über das Planen von Routen lernen? Hier findest Du eine Online-Übung

Das Fazit: Das Gewinner-Team hat eine Web-App für das DRK geschaffen, die eine solide Datenbasis und grundlegende Funktionen für den Einsatzfall beinhaltet. Dies würdigte die Jury mit dem 1. Platz und der von der Sparkasse Paderborn-Detmold ausgeschriebenen Summe von 1.000 -€.

Gewonnen: Team Smart Data und Mentorin vom DRK Deutschland e.V. auf den safety days 2019, Copyright: Alena Biegert, DRK Deutschland e.V.
Alena Biegert, DRK Deutschland e.V., im Interview zur Smart Data Challenge

Autoren: Kristina Wolf, Maren John, Daniela Wingert