Das Volksbegehren hatte Erfolg: Mehr als die notwendigen 10% der bayerischen Bevölkerung haben Ende Januar gegen die Abschaffung der Studiengebühren unterschrieben. Doch wie sieht die Geographie des Abstimmungsergebnisses aus?

Die Webkarte mit der Quote der Unterzeichnenden pro Landkreis verrät, dass in Franken, also dem Norden des Freistaats Bayern, ein größerer Teil der Bevölkerung das Volksbegehren unterzeichnet hat. Die fränkischen Städte Erlangen, Fürth, Nürnberg, Bamberg oder Würzburg erreichten Werte von bis zu 20%. Je weiter man nach Südosten kommt, desto geringer ist die Quote: Im Voralpenraum schwanken die Werte um die kritischen 10%, im Berchtesgadener Land liegen sie sogar unterhalb dieser Marke.

Wie decken sich diese Ergebnisse mit den Wahlergebnissen der Landtagswahl 2008? Verschiedene Hypothesen bieten sich an. Erstens: Die FDP ist bekanntlich gegen die Abschaffung der Studiengebühren, also könnte man vermuten, dass die FDP-Hochburgen eine eher geringe Quote aufweisen. Zweitens: Die Initiative wurde von den Freien Wählern initiiert, sodass man vermuten könnte, dass die Hochburgen der Freien Wähler eher eine hohe Wahlbeteiligung aufweisen. Unterstützt wurde die Initiative außerdem von der SPD und den Grünen.

Unser Praktikant Fabian von Bechen hat dazu drei Webanwendungen erstellt und in einer Galerieanwendung zusammengefasst. Diese Galerieanwendung setzt die Ergebnisse des Volksbegehrens in Beziehung zu den Wahlergebnissen der letzten Landtagswahl in Bayern im Jahre 2008.

Links seht ihr den Vergleich mit den Stimmen von Freien Wählern und den Grünen, in der Mitte den Vergleich mit der CSU und der SPD und rechts den Vergleich mit den Stimmen der FDP.

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Das Erstaunliche: Obwohl die politischen Lager klar ihre jeweiligen Positionen zur Abschaffung der Studiengebühren bezogen haben, lassen sich die Abstimmungsergebnisse pro Landkreise kaum durch die Wahlergebnisse der letzten Landtagswahl erklären. In Hochburgen der Freien Wähler oder der Grünen waren nicht signifikant mehr Leute gegen die Abschaffung der Studiengebühren als in den Landkreisen, in denen die FDP stark abgeschnitten hat. Auf den ersten Blick sieht es noch am ehesten so aus, dass die SPD-Hochburgen ein großes Interesse an der Abschaffung der Studiengebühren hätten.

Aber schaut euch die Karten selbst an – welche Erklärung findet ihr für die Geographie des Volksbegehrens?

– Jan Wilkening, Technical Sales Education