Das Fraunhofer Institut IAO in Stuttgart ist Partner der digitalakademie@bw des Landes Baden-Württemberg. Zum Angebot gehören Digital.Labore. Die Idee dahinter? Bürger*innen aktiv mit einbeziehen und aus Daten Informationen machen. Basis dazu ist Esri Technologie. Wie das geht, zeigt unser Beispiel.

Im Rahmen der digitalakademie@bw betreibt das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart gemeinsam mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart die kommunalen InnovationsCenter (KIC@bw).


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Teil dieser KiC@bw sind die Digital.Labore. Innerhalb des Fraunhofer Instituts IAO unterstützt das Competence Team Urban Data und Resilience Kommunen bei der Gestaltung der lebenswerten Städte von morgen – unter anderem mit Digital.Laboren. Dabei sollen Bürger*innen aktiv in die Kreation der digitalen Zukunft mit eingebunden werden. Es geht um die kreative Auseinandersetzung mit Entwicklungspotenzialen – auch ohne vorhandene Daten als Grundlage.


Was ist ein Digital.Labor?


Bad Dürrheim: Bürger-Mitwirkung im Digital.Labor

Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung eines Digital.Labors liefert Bad Dürrheim. Die Stadt mit gut 13’000 Einwohnern im Schwarzwald-Baar-Kreis will sein touristisches Angebot noch besser erschliessen und bei (potenziellen) Gästen bekannter machen.

Digital.Labor: Wichtig ist der aktive Miteinbezug der Bürger.
Foto: (c) Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAO

Auch in Bad Dürrheim waren keine Daten als Diskussionsbasis vorhanden. Deshalb trafen sich Anfang Februar 2020 Vertreter*innen von Kommune; Politik und Wirtschaft, der Kur und Bäder GmbH sowie interessierte Bürger*innen zum Workshop. Dieser wurde unter anderem vom Team des Fraunhofer Instituts IAO um Christoph Sebald moderiert.

Die Teilnehmenden diskutierten während eineinhalb Tagen Fragen aus den Themenfeldern Information, Kommunikation und Verkehr.

Bad Dürrheim: Einsatz von Esri Technologie

Das Fraunhofer Institut IAO arbeitet in den Digital.Labors mit Esri Technologie. In Bad Dürrheim wurden mit der Sensortechnik des Smart Citizen Kit 2.1 Echtzeit-Daten gesammelt und anschliessend über den ArGIS GeoEvent Server bereitgestellt.

Smart Citizen Kit: Sammlung von Echtzeit-Daten mit Sensoren.
Foto: (c) Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAO

Dabei handelte es sich lediglich um ein Beispiel, um die Funktionsweise aufzuzeigen. Der einzige, am Rathaus installierte Sensor lieferte also einen realen Modelldatensatz. Danach wurde auch das entsprechende Dashboard gebaut, um die Resultate zu visualisieren. Der Sensor wurde nach dieser Phase wieder entfernt.

Smart Citizen Kit Dashboard: Anzeige von Umweltdaten.

Umfrage bei Einheimischen und Gästen

Von zentralem Interesse war die Frage, was die Bürger*innen und Besucher*innen voneinander, von der Stadt und von deren Sehenswürdigkeiten wissen.

Eine weitere Datenbasis lieferte deshalb die Umfrage bei Einheimischen und Gästen zum touristischen Angebot in der Stadt sowie zu den analogen und digitalen Möglichkeiten der Informationsvermittlung.


«Übersicht gewinnen und Informationen bereitstellen geht auch ohne Daten.»

Christoph Sebald, Fraunhofer IAO

Die Befragten konnten zum Beispiel ganz konkret angeben, wo genau die gewünschten interaktiven elektronischen Stelen platziert werden sollten. Primär kamen natürlich zentrale Standorte für Schaukästen in Frage, damit sich diese beiden Personengruppen in Zukunft immer und überall informieren können.

ArcGIS Survey in Bad Dürrheim

Die Umfrage wurde in Survey 123 for ArcGIS erhoben. Nach Abschluss einer einzelnen Befragung wurde das Resultat jeweils in Echtzeit in ein Dashboard übertragen.


Survey123 for ArcGIS: Umfragen in Echtzeit…
… mit Gegenüberstellung einer vorangehenden Umfrage eines Dienstleisters.

Fazit

Das Beispiel zeigt: Dank des Digital.Labors lassen sich auch ohne Daten Fakten schaffen als Basis für den Diskurs über die Zukunft. Kommunen, Städte und Organisationen gewinnen Übersicht und können Informationen bereitstellen. Wichtige Hilfsmittel auf dem Weg zum Ziel sind Survey123 und Dashboard von Esri.

Wie es weitergeht in Bad Dürrheim? Wir sind gespannt. Der Anfang ist gemacht. Die Ergebnisse werden nun dem Gemeinderat vorgelegt. Auf Wunsch unterstützt das Fraunhofer Institut IAO die Kommune bei der Umsetzung der angedachten Massnahmen.


Zur Storymap «Bad Dürrheim»


Autoren:
Christoph Sebald, Urban Data & Resilience, Fraunhofer IAO
Mohammed Ahmed Alfiky, Institute of Urban Planning and Design, University of Stuttgart

Wie „Daten Leben in der Corona-Krise retten“, beschreibt Ch. Sebald hier.