Bauliche Maßnahmen und zukunftssichere Infrastrukturen in Städten und Gemeinden müssen heute ökologische, soziale und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigen. Im neuen interdisziplinären Masterstudiengang „Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung“ an der Hochschule Koblenz werden Studierende dafür ausgebildet – und sie lernen, wie GIS dabei unterstützen kann.

Im Sommersemester 2021 startete zum ersten Mal der interdisziplinäre Masterstudiengang „Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung“ an der Hochschule Koblenz. In seinem Mittelpunkt steht die Beschäftigung mit den Auswirkungen des gesellschaftlichen und demographischen Wandels auf lokaler und regionaler Ebene. Dazu werden Methoden der Problemidentifikation aus mehreren Disziplinen miteinander verknüpft.

Die zentralen Inhalte stammen aus:

  • Architektur und Städtebau: Siedlungsentwicklung und Entwurfsstrategien, baukulturelle Aspekte,
  • den Sozialwissenschaften: Partizipation, Daseinsvorsorge und nachhaltige Entwicklung im Sozialraum und
  • dem Bauingenieurwesen: Raum-, Umwelt- und Infrastrukturplanung.

Die Studierenden lernen dank einer mehrperspektivischen Ausrichtung ortsstrukturelle und sozialräumliche Prozesse in ländlichen Räumen wie den Demographischen Wandel oder die allgemeine Daseinsvorsorge zu analysieren, zu bewerten, zu gestalten und zu steuern. Weitere Infos zu diesem Masterangebot finden Sie auf der Homepage des Studiengangs.

Sozialraumanalyse und ihre Methoden

Im Bereich Analyse werden im Studiengang Sozialräume in den Blick genommen. Dabei geht es zum einen um die Vermittlung der Grundlagen, um soziales Miteinander und um ein Verständnis des jeweiligen Raumes, in dem Menschen zusammenleben und arbeiten.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Methodik, mit der die damit verbundenen Prozesse erkannt werden. Dazu zählen verschiedene Methoden – das Spektrum reicht von der Befragung vor Ort bis hin zur Untersuchung von Textpassagen aus Zeitungen.

Da der Raum ein wichtiger Faktor ist und quantitative Aspekte eine wesentliche Rolle spielen, kommt ein Geoinformationssystem zum Einsatz, das wertvolle Erkenntnisse liefern kann.

Abbildung 1: Arbeiten mit ArcGIS Online und statistischen Daten (Autorin: Valerie Stillger)

GIS als Werkzeug

Ein entsprechendes Studienmodul ist deshalb zur Hälfte mit der Lehre zur „Sozialraumanalyse mit GIS“ ausgestattet. Hier lernen die Studierenden, wie sie ortbezogene Daten in Karten integrieren und Methoden und Tools anwenden, um Erkenntnisse abzuleiten, diese mit anderen zu teilen und sie Entscheidern zur Verfügung zu stellen.

Die Arbeit mit GIS befähigte uns komplexe Sachverhalte einzuordnen und im Anschluss verständlich zu präsentieren.“

Online-Lehre: ArcGIS aus der Cloud

Das Sommersemester 2021 fand vollständig digital statt: Die praktischen Aufgaben wurden mit Werkzeugen aus ArcGIS Online bearbeitet. Da die Hochschule Koblenz einen Rahmenvertrag zur Nutzung dieser GIS-Lösung abgeschlossen hat, stellt sie jedem Studierenden einen Zugang zu ArcGIS Online und ArcGIS Pro bereit und ermöglicht damit den Zugriff auf Methoden der Datenverarbeitung und die Bereitstellung entsprechender Tools.

Teil der Lizenz ist auch die Nutzung von Online-Schulungsmaterial aus der ArcGIS Online- Lernumgebung. GIS so gering wie möglich zu halten, wurde bei der praktischen Arbeit im Seminar auf eine reine Cloud-gestützte Bearbeitung von Aufgaben mit Hilfe von Werkzeugen aus ArcGIS Online gesetzt.

Weitere Infos zu diesem Masterangebot findet ihr auf der Homepage des Studiengangs.

Abbildung 2: Daten in Verhältnisse setzen (Autor: Frank Fischer)

Autoren:

Prof. Dr. Steffen Kröhnert (Hochschule Koblenz)
Stefan Kaup (Esri Deutschland)

Titelfoto by Sigmund on Unsplash