Stell dir vor, du willst eine Fahrradtour im schönen Altenburger Land in Ostthüringen unternehmen. Du startest voller Freude und Enthusiasmus und verfährst dich dann aufgrund mangelnder Beschilderung und unzureichendem Kartenmaterial. Damit ist deine Radtour, wie bei mir damals, sprichwörtlich im Eimer. So entstand meine Idee, einen GIS-gestützten Radtourenführer zu entwerfen, der alle Altersgruppen anspricht, in verschiedenen Medien verfügbar und auch für Touristen geeignet ist.

Angeregt wurde ich durch einen Artikel aus der arcAKTUELL 2/2010, den mir meine Geografielehrerin, Frau Engberg, im Jahr 2010 gab. „Der RadlRing München“ beschreibt die Kartografierung des Münchener RadlRings. Ich taufte mein Schulprojekt „RiAL – Radeln im Altenburger Land“ und machte mich mit unserem Informatiklehrer, Herrn Müller, an die Arbeit. Und das, obwohl wir zuvor noch keine GIS-Erfahrung gesammelt hatten! Doch nach umfangreicher Datenverarbeitung, dem Abfahren der Routen und der Erstellung der Karten in ArcMap steht der Radtourenführer auf einer Website, als PDF-Dokument und als App für die Betriebssysteme Android, Blackberry, HP webOS, Symbian OS und Windows Phone zur Verfügung. Besonders wichtig sind mir die im Internet angebotenen Karten – realisiert über ArcGIS Online mit einem Public Account.
http://www.projekt-rial.de/karten/index.html
Realisiert über ArcGIS Online, das sagt sich so leicht. Alles begann mit den Daten aus OpenStreetMap, die ich in Form von Shape-Dateien von der GeoFabrik GmbH bezog. Für die Onlinekarten waren vor allem die Shape-Dateien Points interessant. Darin sind in verschiedenen TYPE-Attributen Punkte wie Gaststätten, Parkplätze, Fahrradwerkstätten und Sehenswertes eingegliedert. Diese TYPE-Attribute habe ich jeweils mit Hilfe der Operation Feature-Class to Feature-Class in eine Geodatenbank geladen. Diese Feature-Classes, die jeweils nur einem TYPE-Attribut entsprachen, exportierte ich dann als Shape-Datei und veränderte die Eigenschaften so, wie sie in den Pop-ups später angezeigt werden sollten. Alle Shape-Dateien, die zu einer Oberkategorie gehören, wie beispielsweise Ärzte, habe ich als gezipptes Shapefile in ArcGIS Online geladen.
In ArcGIS Online konfigurierte ich die Pop-ups für jeden Layer, stellte einen Sichtbarkeitsbereich ein, sodass die Punkte-Layer erst ab dem Maßstab einer Kleinstadt angezeigt werden, und änderte die Symbole. Die sieben angebotenen Radrouten habe ich als GPX-Dateien in ArcGIS Online hochgeladen. Ebenfalls bearbeitete ich die Pop-ups, den Sichtbarkeitsbereich und die Symbole. Abschließend wählte ich eine passende Grundkarte und stellte meine Karte in der Webanwendung Basic Viewer zur Verfügung. Im Quelltext konfigurierte ich diese Anwendung so, dass sie die wichtigsten Funktionen für Radfahrer enthält, wie zum Beispiel Abstände messen, einzelne Radrouten (Layer) ausblenden und eine Suchfunktion nach Orten.
Mit „RiAL – Radeln im Altenburger Land“ ist ein umfassender Radtourenführer entstanden, den es in dieser Form für meinen Heimatkreis noch nicht gegeben hat. Ich freue mich sehr, wenn ihr meinen Radtourenführer und meine Karten unter www.projekt-rial.de besucht und ich euch damit einen kleinen Einblick in unsere schöne Gegend verschaffen kann. Und falls ihr in der Nähe wohnt, solltet ihr unbedingt mal mit „RiAL – Radeln im Altenburger Land“ auf Touren gehen.
PS: Mein Schulprojekt gefiel offensichtlich auch anderen. Ich habe damit den Regionalwettbewerb „Jugend forscht Ostthüringen“ im Fachgebiet Geo-und Raumwissenschaften gewonnen. Beim Landeswettbewerb Thüringen habe ich kürzlich den 2. Platz belegt und den Sonderpreis Mobilfunk mit nach Hause genommen.
Florian Voos
Staatliches Friedrichgymnasium Altenburg
info@projekt-rial.de