Wir sind zurück beim Thema Open Data. Dass Daten der Rohstoff für GIS sind, ist bekannt. Dass Open Data eine große Chance bietet, um Ausbildung, Wirtschaft, Transparenz und Effizienz zu fördern, ist bereits im ersten Artikel der Serie angeklungen. Um Datenquellen, Standards und Lizenzen ging es im zweiten Beitrag. Nun dreht es sich darum, auf Basis von Open Data innovative Anwendungen zu generieren.


Schauen wir uns einmal einige  Anwendungen und Beiträge an, die mit Open Data entstanden sind:

Eines fällt dabei auf: Karten sind häufig das zentrale Element vieler Anwendungen. Nein, eine Prozentzahl kann ich nicht nennen, dafür aber ein paar Gründe, warum Karten so häufig eingesetzt werden. Karten eignen sich besonders gut, um aus Open Data sinnvolle Informationen abzuleiten und zu kommunizieren. Menschen verstehen natürlich auch Tabellen und Texte, aber Karten erlauben häufig einen schnelleren und einfacheren Zugang zu Information. Sie beziehen den Betrachter mit ein, stellen einen Bezug zur Umgebung her, ermöglichen Analysen und die Kombination mit weiteren Informationen.

Das haben sich auch die Entwickler der Anwendungen gedacht und machen aus Open Data eben offene Karten. Open Data braucht also GIS und Mapping-Technologien, nur wie geht man vor?

Karten und Analysen mit GIS und Open Data

Das Schöne ist: Ihr müsst kein GIS-Studium beginnen, um aus Open Data Kartenanwendungen auf Basis von ArcGIS zu generieren. Mit den folgenden Hinweisen zur Umsetzung sollte jeder loslegen können.

Für Einsteiger: Daten einbinden, Karten gestalten

Ein ArcGIS Online Public Account bietet die Möglichkeit, mit ArcGIS Online Karten und Anwendungen zu erstellen und mit anderen zu teilen. Es stehen Grundkarten von Esri und zusätzlich viele Datenpakete anderer Anwender zur Verfügung.

Open Data lässt sich einfach einbinden

  • Lokale Datensätze wie CSV-, TXT-, SHP- oder GPX-Dateien
  • Dienste und Dateien aus dem Web, z.B. WMS, WMTS, Tile Layer, KML, GeoRSS, CSV
  • Vorhandene Datensätze und -dienste anderer Anwender auf ArcGIS Online

Damit lassen sich einfache Mashups räumlicher Daten erzeugen. Durch geschicktes Gestalten der Karte können bestimmte Themen hervorgehoben werden. Die Webkarte kann daraufhin gespeichert, für andere freigegeben und in Webseiten, Blogs etc. eingebunden werden.

Webkarte mit Berliner Kitas auf ArcGIS Online

Für Fortgeschrittene: Daten analysieren, Services generieren, Anwendungen konfigurieren

Wesentlich mächtiger ist die Kombination von ArcGIS for Desktop mit ArcGIS Online for Organizations. Diese Software steht den meisten Hochschulen in Deutschland über Campuslizenzen zur Verfügung.   So lassen sich Daten herunterladen, bearbeiten, mit anderen Daten verbinden (Join) und analysieren. Die bearbeiteten Daten werden dann exportiert und in ArcGIS Online hochgeladen oder aber direkt aus dem Desktop als gekachelte Karten- oder Feature-Dienste publiziert.

Mit ArcGIS Online bieten sich viele Möglichkeiten, die Daten und Services zu kombinieren und zu gestalten. Es stehen eine Reihe  an Templates für Webanwendungen zur Verfügung, die auf ArcGIS Online gehostet werden oder sich herunterladen und anpassen lassen. So kann über ein paar einfache Konfigurationsschritte eine Anwendung erzeugt werden, die nicht nur Open-Data- Analysen visualisiert, sondern bei Bedarf auch Dritte mit editieren lässt.

Webanwendung konfigurieren und publizieren mit ArcGIS Online

 

Für Entwickler:  Services einbinden, eigene Anwendungen stricken, App-Wettbewerbe gewinnen

Als Entwickler habt ihr die Möglichkeit, mit den ArcGIS APIs und SDKs für Web und Mobile auf die Services von ArcGIS Online zuzugreifen und Anwendungen zu erstellen. Dabei könnt ihr nicht nur Webkarten und Datendienste einbinden und visualisieren, sondern auch Geoprocessing über ArcGIS Online ausführen. Auf  ArcGIS for Developers werden die Technologien ausführlich beschrieben.

ArcGIS Online ist eine gute Ressource für Open Data, auf die Entwickler sehr einfach via REST-Schnittstelle zugreifen können. Die entwickelten Anwendungen lassen sich dann wiederum über ArcGIS Online der Community bereitstellen – mehr zu diesem Thema nach der Esri UC, die in der kommenden Woche in San Diego stattfindet. Und noch etwas: Mit einer innovativen Anwendung auf Basis der ArcGIS Plattform lassen sich auch App-Wettbewerbe gewinnen. Nicht nur, weil Karten gerade im Trend sind, sondern weil sie echten Mehrwert bieten.

Auf ArcGIS Online habe ich eine Gruppe zu Open Government Data eingerichtet, die einige Informationen, Karten und Daten enthält.  Wenn ihr eigene Karten erstellt habt, dann teilt sie in der Gruppe und gebt damit euren Themen mehr Sichtbarkeit.

Für die EMEAUC im Oktober in München freuen wir uns über Beiträge zu den Themen Open Data und OpenStreetMap. Falls ihr Interesse habt, eine Unconference-Session während der Education GIS Conference zur organisieren, dann meldet euch bei mir. Ihr wollt mehr zum Thema Entwickeln mit der ArcGIS Plattform und Geoprocessing im Web erfahren? Es gibt noch ein paar freie Plätze für das EDC Entwicklerforum in zwei Wochen an der TU Dresden.

Damit endet diese kleine Serie zu GIS und Open Data. Hinweise und Kommentare sind wie immer sehr willkommen.

– Grischa Gundelsweiler,Teamleiter Esri Bildung & Forschung