„Sich mit Karten und Kompass orientieren“ stand im Lehrplan der 3. Klasse der Grundschule Ottobrunn – da passte ein GIS Day wunderbar ins Programm. Anfang Juli war es endlich soweit: Mein Kollege Fabian von Bechen und ich besuchten die Schule, wo wir von den Lehrerinnen und rund 80 Kindern erwartungsvoll empfangen wurden.

Wer hat den längsten Schulweg?

Zunächst suchten die Kinder auf ausgedruckten Stadtplänen von Ottobrunn, die wir mitgebracht hatten, die Schule und den eigenen Wohnort mit Stecknadeln. Anschließend durfte jeder seinen Schulweg mit einem Wollfaden abstecken.

Analoges GIS

Mit Hilfe der Maßstabszahl (3800) konnten wir nun ausrechnen, wie lange die einzelnen Schulwege sind – die Spannweite lag zwischen 400 Metern und 4 Kilometer. Nach rund zwei Schulstunden waren wir mit unserem ersten „analogen GIS“ fertig.

Wollfäden an der Tafel

Wie kommt das Runde aufs Flache?

In der verbleibenden dritten Stunde sollten folgende Fragen beantwortet werden: Warum sind Papierkarten flach, wenn die Erde rund ist? Und wie bekommt man die runde Erde aufs flache Papier? Das Video aus der „Sendung mit der Maus“ erklärt dies kindgerecht in rund 8 Minuten. Zum Abschluss probierten die Kinder selbst, mit Schere und Klebstoff aus einem Poster mit der Erde in der Fuller-Projektion einen Globus zu basteln. Einige Schülerinnen und Schüler hatten ihr Modell der Erde zum Unterrichtsschluss fertig – gar nicht so einfach!

Fuller-Poster wird zum Globus

Ein Schritt weiter: GIS Day mit ArcGIS Online

Die Grundschule Ottobrunn ist mit Smartboard ausgestattet. Damit wären die Voraussetzungen gegeben, unser analoges GIS mit Wollfaden und Stecknadel zu „digitalisieren“. Die Schülerinnen und Schüler könnten ihre Wohnorte im Unterricht auch auf einer Webkarte setzen und mit den Messwerkzeugen in ArcGIS Online direkt die Entfernungen messen.

Dies ist vielleicht weniger anschaulich als der Umgang mit einer Papierkarte, würde aber weniger Aufwand für die Vorbereitung und Durchführung der Schulwegkartierung bedeuten. Auch fürs Basteln der Fuller-Poster (oder andere Ideen) wäre mehr Zeit. Bei Bedarf ließe sich die Karte mit den Schulwegen sogar speichern und fürs Klassenzimmer ausdrucken.

Wenn ihr auch Lust auf einen GIS Day an eurer Schule habt – sei es mit analogem oder digitalen GIS –sprecht uns an, wir unterstützen gerne: http://www.gisday-germany.de/contact/contact.html

Jan Wilkening
Solution Engineer Education and Research