Der Esri Young Scholars Award zeichnet herausragende Abschlussarbeiten, die mit Technologie von Esri erstellt worden sind, von Studierenden aus ca. 26 Ländern aus. Die Gewinner dürfen zur Esri User Conference nach San Diego, Kalifornien/USA, reisen. Die diesjährigen Preisträger aus dem deutschsprachigen Raum sind Barbara Born von der ETH Zürich und Valentin Heimhuber von der TU München.

Barbara hatte mit der ArcGIS API for JavaScript eine Webanwendung für den Schweizer Weltatlas erstellt. Valentin hatte in ArcMap eine umfangreiche GIS-basierte Hochwasserrisikoanalyse für Haiti durchgeführt. Sie beschreiben für uns ihre Erfahrungen von der User Conference. 

 

Der Schweizer Weltatlas als interaktive Webapplikation – eine Arbeit von Barbara Born

 

Nach unserer Ankunft in San Diego am Freitagabend erwartete uns zunächst ein Wochenende auf der Esri Education GIS Conference, auf der neben einer Eröffnungsrede und Vorträgen zu besonderen Errungenschaften aus dem GIS und Education-Bereich zahlreiche praxisnahe Software-Workshops angeboten wurden. Hier hatten wir auch die Chance, bei einem Meet and Greet die anderen Young Scholars aus aller Welt kennenzulernen. Für uns beide war es wirklich eine tolle und motivierende Erfahrung, so viele ambitionierte Nachwuchswissenschaftler zu treffen und mehr über ihre Siegerprojekte zu erfahren. Wir unternahmen viel mit den anderen Young Scholars. So verbrachten wir also ein aufregendes erstes Wochenende, das wir neben dem Besuch der Education Conference auch nutzten, um San Diego zu erkunden. Durch die ideale Lage des Convention Centers am wasserseitigen Rand der Downtown kann man zu Fuß oder mit der Fähre einige der touristischen Highlights wie Coronado Island, Seaport Village und San Diegos Ausgehviertel, das Gaslamp Quarter, erkunden.

Am Montag um 8:30 Uhr begann schließlich die UC mit der von uns mit Spannung erwarteten Plenary Session. Die Plenary Session ist im Grunde ein ganzer Tag voller spannender, inspirierender und bildgewaltiger Vorträge über Neuigkeiten und besondere Errungenschaften im Kontext der Esri Technologie. Neben der unglaublichen Dimension der Session haben uns dabei vor allem die beflügelnden Ansprachen von Jack Dangermond unter dem Motto „Creating Our Future“ und die Einführung von ArcGIS Pro besonders beeindruckt. Auch ein Skype-Gespräch mit Will.I.Am, dem Sänger der Black Eyed Peas, über eine von ihm entwickelte App für eine Smart Watch war ein Erlebnis, das wir wohl so schnell nicht mehr vergessen werden. Nach der Plenary Session fand schließlich noch die Eröffnung der Map Gallery statt, bei der wir die Chance hatten, interessierten Messebesuchern und den anderen Young Scholars unsere Forschungsprojekte anhand der ausgehängten Poster vorzustellen.

Valentin Heimhuber mit einem Poster seiner Arbeit auf der Map Gallery der Esri UC 2014

An den darauffolgenden Tagen machten wir uns daran, möglichst viel über den Einsatz von GIS und die neuen Software-Lösungen von Esri zu erfahren und neue Kontakte zu knüpfen. Aus den über tausend angebotenen „Technical Workshops“ und „Map Paper Sessions“ die für uns relevantesten auszusuchen, fiel uns dabei besonders schwer. Im Nachhinein lässt sich wohl sagen, dass für uns meistens die technischen Workshops am interessantesten waren, da hier praxisnahe Lösungsansätze und neue Software-Features begleitet durch anschauliche Beispiele vorgestellt wurden. Für uns beide war es sehr spannend, anhand dieser Kurse mehr über Neuigkeiten aus dem Bereich ArcGIS Online und die neuen Funktionen in ArcGIS Pro zu lernen. Neben Workshops zu allgemeinen Themen gab es aber auch für jeden Forschungsbereich maßgeschneiderte Workshops, die zum Beispiel Themen wie Linear Regression Analysis oder die Benutzung von Python in ArcGIS im Detail adressierten.
Auch der ein oder andere Rundgang durch die Messehallen, wo Esri und andere Unternehmen ihre Neuigkeiten aus dem GIS-Bereich präsentierten, war an diesen Tagen sehr interessant. Hier hatten wir auch die einmalige Chance, neue Produkte und Lösungen an einer der zahlreichen von Esri eingerichteten Demo-Arbeitsplätze selbst zu testen

Ein weiteres Highlight der Woche war für uns natürlich der am Mittwochabend abgehaltene Special Achievement in GIS Awards Ceremony, bei der wir unseren Award erhielten und die Chance hatten, uns als Gruppe mit Jack Dangermond fotografieren zu lassen. Für uns ging es nach der Zeremonie gleich weiter zum Treffen der deutschsprachigen UC-Besucher in die Top of the Hyatt Bar im 40. Stock des neben dem Konferenzzentrum gelegenen Hyatt Hotels. Hier konnten wir viele andere Esri Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kennenlernen und bei einem fantastischen Ausblick über San Diego und den Pazifik ein paar Erfahrungen austauschen.

Am Donnerstag folgte schließlich der krönende Abschluss dieser unvergesslichen Woche, die Abschlussparty in San Diegos malerischem Balboa Park. Auch hier setzte Esri mit einem wunderbaren Fest voller Live-Musik, Themen-Buffets und kostenfreier Museumsbesuche Maßstäbe. Den Ausklang bildeten am Freitag schließlich noch einige weitere Workshops und die offizielle Abschlussrede.
Für uns beide war die Esri UC ein unvergessliches Erlebnis, an das wir uns wohl noch lange zurück erinnern werden. So haben wir in nur wenigen Tagen einen umfassenden Einblick in die zahlreichen Anwendungsbereiche der GIS-Technologie und ihre Entwicklungs- und Wachstumspotential für die Zukunft erlangt. Die Esri UC ist eine Erfahrung, die sich wirklich kein Esri Nutzer entgehen lassen sollte.

Für mich, Valentin Heimhuber, war die Esri UC ein wegweisendes Event, in dem ich mir neue Kenntnisse über  Anwendungen und Analysemethoden aus dem GIS-Bereich aneignen konnte, so dass ich nun mit einer Vielzahl von neuen Ideen und voller Motivation mein bevorstehendes PhD-Studium antreten kann.

Für mich, Barbara Born, war die Esri UC eine einmalige Gelegenheit, verschiedenste GIS-Anwendungen und deren technische Umsetzung zu sehen. Die Erfahrungen, die die Verantwortlichen bei der Umsetzung und beim Einsatz der Lösung gemacht haben, werden mir bei zukünftigen Projekten helfen.

Abschließend möchten wir an dieser Stelle noch den Professoren, Betreuern und Mitarbeitern von Esri ganz herzlich danken, die uns diese großartige Erfahrung ermöglicht und uns bei unserer Arbeit unterstützt haben.

– Valentin Heimhuber, TU München
– Barbara Born, ETH Zürich

Ihr wollt die nächsten Young Scholars aus Deutschland und der Schweiz werden und zur Esri UC nach San Diego reisen? Dann bewerbt euch jetzt, die Stipendien für 2015 sind bereits ausgeschrieben http://esri.de/branchen/bildung-und-forschung/young-scholars